Den Oberbayernkader zieht´s aufs Wasser (1)
Segelfreizeit auf der Ostsee

Am Sonntag, den 25.08.2019 trafen sich 29 Jugendliche zusammen mit 3 Betreuern am Münchner Hauptbahnhof. Über Nacht sollte es mit der Bahn nach Kiel gehen, um dort die 5-tägige Segelfreizeit auf dem 3-Mast-Topsegelschoner Swaensborgh anzutreten. Am Schiff angekommen wurden wir von Capitän Mick, Steuerfrau Patrizia und Matrosin Marina freundlich begrüßt. Doch bevor wir die Leinen loswerfen konnten musste erst mal die Verpflegung gebunkert werden.

Dann kann es endlich losgehen. Während der Fahrt ins Dänische Marstal auf der Insel Ærø wird uns bekommen wir zunächst das Schiff und die verschiedenen Segel erklärt. Dann geht es gemeinsam an die Tampen (Leinen) und es werden zunächst das Groß- und das Schonersegel gesetzt. Anschließend kommen noch die Fock und der Innenklüver nach oben. Der Außenklüver verhädert sich beim hochziehen und das Segeltuch reißt ein, so dass der auch schon gleich wieder runter muss. Zum Schluß setzen wir dann noch den Flieger und den Besan. Während der Überfahrt müssen die Segel immer mal wieder an den Wind angepasst werden, so dass uns nicht langweilig wird. Kurz vor Marstal müssen die Segel dann wieder runter und wir laufen unter Motor in den kleinen Hafen ein. Während Mick den Außenklüver zum Segelmacher bringt, können wir nach dem Abenessen noch das kleine dänische Dorf erkunden und das eine oder andere Eis schlürfen.

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Das Segel wurde über Nacht geflickt, unserer Weiterfahrt steht also nichts mehr im Wege. Heute segeln wir entlang der Insel Ærø fast bis zur Nordspitze. Allerdings werden wir heute nicht an Land gehen. Wir wollen etwa auf Höhe der Ortschaft Søby vor der Küste ankern. Die Ostsee ist zwar frisch, aber das kann uns nicht davon abhalten, den Klüverbaum als Sprungbrett (an der Spitze ist dieser etwa 5 Meter über der Wasseroberfläche) zu nutzen, oder mit dem an der Rah-Nock angebrachte Seil uns ins Wasser zu schwingen.

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Nach einem ausgiebigem Frühstück ging es heute weiter nach Sonderburg auf der Insel Als. Diese Insel ist nur noch durch eine relativ kurze Brücke vom Dänischen Festland getrennt. Der Wind wehte günstig, und so konnten wir zusätzlich zu den bereits bekannten Segeln heute auch noch die beiden Rahsegel, nämlich die Mars und die Brahm, sowie das Großtopsegel setzen. Nachdem wir zunächst Richtung Südwest gesegelt sind, mussten wir dann den Kurs auf Nordwest ändern. Hierzu mussten wir eine Halse machen. Doch bevor es mit dem Heck durch den Wind ging, erklärte uns Steuerfrau Patrizia mit Kreide auf dem Deck den Ablauf des Manövers. So vorbereitet wusste jeder, was zu tun ist, und das Manöver gelang. Einige machten sich nach dem Anlegen gleich zum Strand auf, um sich ein bisschen zu erfrischen, wohingegen andere das nette Städtchen erkundeten.

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Am vorletzten Tag ging es wieder zurück nach Deutschland - und zwar nach Maasholm in der Schleimündung. Der Wind hatte aufgefrischt, und damit wir nicht schon um 15:00 Uhr dort ankommen segelten wir erstmal weiter nach Süden, bevor wir eine Wende machten, um dann wieder zurück nach Norden zu fahren. Es machte richtig Spass mit Schräglage und guter Geschwindigkeit dahin zu gleiten. Allerdings merkten wir heute auch, dass bei so einem Wind doch ganz schön Krafteinsatz notwendig ist, um die Segel immer wieder korrekt zu trimmen. Doch mit vereinten Kräften klappte das alles schon sehr gut.

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Freitag ging es dann schon wieder zurück nach Kiel. Leider hatte der Wind eine ziemlich starke nördliche Komponente und flaute auch im Laufe des Tages immer mal wieder ab. Somit konnten wir die Rahsegel nicht setzen, und um unser Ziel pünktlich zu erreichen musste zeitweise der Unterwasserbesan (Motor) helfen. Für uns hieß das Packen, die Kammern räumen und nochmal Reinschiff machen.

Viel zu schnell ist die Woche vergangen und alle waren sich einig: Das war nicht die letzte Segelfreizeit des Oberbayernkaders.

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An dieser Stelle möchte ich mich aber noch ganz herzlich bei einigen Personen bedanken:

Text: Uwe Henze
Bilder: Nick Cariss, Johannes Böhm, Kilian Kappelmeier, Uwe Henze